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Berichte

Ein Leben mit Hunden hält immer viele Überraschungen bereit, teils lustig oder auch mal informativ. Auf den folgenden Seiten werde ich immer wieder einmal über ganz besondere Ereignisse berichten, die wir gemeinsam mit unseren Hunden erlebt haben. Es würde uns riesig freuen, wenn wir damit auch die "Reiselust mit Hund" bei dem ein oder anderen wecken können.
Da Reisen mit dem Hund auch immer wieder Fragen und Probleme aufwerfen, wir hier aber auch über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz verfügen, scheuen Sie sich nicht, uns zu Fragen, wenn sie selbst vor einem scheinbar „unlösbaren“ Problem stehen.

 


Eine Reise nach Norwegen

Oder: „Was tut man nicht alles, eine gute Verpaarung zu finden“ (2006)

Diva ist nun 2 Jahre alt und so langsam aber sicher sollte die Kleine (manchmal kommt sie mir immer noch wie ein Baby vor) nun auch ihre ersten Babys bekommen.

Seit ich Diva nunmehr ausstelle, habe ich mich immer wieder nach Rüden umgesehen, die ich mir als Vater meines ersten Kerry-Wurfes vorstellen könnte. Dies wurde auch immer mit Julia, der Züchterin von Diva, besprochen, da sie einen Welpen aus dieser ersten Verpaarung nach Russland bekommen soll.
Es war von Anfang an klar, das diese Verpaarung etwas besonderes werden sollte – schließlich war ja schon die Auswahl meiner Mutterhündin von Beginn an eher ungewöhnlich.
Jedoch konnten die meisten Rüden, die uns beiden gefielen, aufgrund der deutschen Zuchtbestimmungen (HD-Röntgen) nicht eingesetzt werden, da es diese Bestimmung in deren Heimatländern nicht gibt. Perrisblue Take That von Herrn Tasselli oder Edbrios Blue Ivanhoe – alles Traumhunde, verloren für die deutsche Zucht, ein wirklicher Jammer.

Doch nach langer Suche wurden auch wir fündig – im Zwinger Shyloch in Norwegen. Dort steht ein Traumrüde, Shyloch Excalibur. Zwar schon etwas in den Jahren (Caspar ist mittlerweile fast 10 Jahre alt), aber nachdem wir mit Helge Kvivesen gesprochen hatten, sollte dies kein Problem sein, Caspar hatte wenige Wochen zuvor erfolgreich gedeckt.

Alles wurde also arrangiert, es hieß jetzt nur noch, auf Divas einsetzende Hitze zu warten. In der Vergangenheit war Diva immer sehr pünktlich damit, regelmäßig alle 6 Monate – somit stand für mich fest, Anfang April 2006 geht es auf nach Oslo.

Aber da hatte ich wohl die Rechnung ohne den Schmied gemacht, Diva wurde und wurde nicht heiß. Beruflich brachte mich dies immer mehr in Bedrängnis, da meine Termine im Mai recht eng gesteckt waren. Doch hatte ich von anderen Züchtern erfahren, aufgrund des langen Winters würden sich wohl die meisten Hündinnen in diesem Jahr verspäten.

So war es dann auch, pünktlich mit 3 Wochen Verspätung setzte die Hitze ein – und als hätte Diva meinen Terminkalender studiert suchte sie sich genau den richtigen Zeitkorridor aus, der eine Reise nach Norwegen ermöglichte.

Am Samstag, den 6. Mai 2006 ging es mit SAS Airlines dann von Frankfurt nach Oslo, für Diva kein Problem mehr – im Fliegen war sie ja nun schon ein „alter Hase“. Wir trafen pünktlich am frühen Abend in Oslo on, wo uns Helge bereits am Flughafen erwartete.
Alles war bestens organisiert und Diva sollte an diesem Abend noch zur Ruhe kommen, bevor sie Sonntags auf ihren Gemahl treffen sollte. Wir verbrachten also den Abend bei einem gemütlichen Essen und jeder Menge Gespräche über die skandinavische Kerry-Szene auf der Terrasse eines typisch norwegischen Holzhauses. Es viel sofort auf, wie sauber alles in Norwegen war, auch bei den späteren Spaziergängen mit den Hunden konnte ich beobachten, wie wirklich jeder Hundehalter sofort die Hinterlassenschaften seines Lieblings beseitigte – das würde ich mir auch in Deutschland wünschen.

Am Sonntag dann kam Caspar, der natürlich sofort den Duft der Verheißung in sich aufnahm und wusste, was nun folgen sollte. Gott sei Dank ist er ein sehr erfahrener Liebhaber, der die Liebesbekundungen meines Hundes in die richtigen Bahnen lenken konnte. Diva stellte sich nämlich als sehr leidenschaftliche Dame heraus. Zuerst einmal wollte sie den Rüden dominieren, was mit diversen, mehr rauen als zärtlichen Bissen in dessen Nacken endete. Doch heraus kam dabei ein nahezu perfekter Deckakt, was uns alle in der Wahl des richtigen Decktages bestätigte. Der Tag konnte also nun mit einer kleinen Rundfahrt durch Oslo sehr zufrieden zu Ende gehen.

 

Montags nun sollte sozusagen deckfrei sein und Helge verbrachte den ganzen Tag mit mir in Oslo und Umgebung. Jetzt besteht der Reiz Norwegens nicht unbedingt in Betrachten von stättebaulichen Sehenswürdigkeiten, wie dies andere Metropolen wie Rom oder London bieten, vielmehr berauscht die Natur, die Fjorde und das Meer die Sinne. Alles läuft ruhiger in einem ab und es ist ein großes Vergnügen, gemütlich in einem Restaurant am Hafen zu sitzen und das geschäftige Treiben auf den Straßen zu beobachten. Es schien die Sonne und die Temperatur betrug angenehme 25°C, also wollten alle Norweger so viel und so lange wie möglich draußen sein und die Sonne in sich aufnehmen, schließlich ging ein langer, skandinavischer Winter gerade erst zu Ende.

Am nächsten Morgen ein neuerlicher Deckversuch, nicht ganz so perfekt wie der am Sonntag, aber immer noch erfolgreich. Im Anschluss konnte ich Helge noch beim Schneiden seines russischen Rüden Misha (Link to Shyloch iz Goluboi Legendy) beobachten, immer wieder eine Inspiration, den auch in Skandinavien werden die Kerrys wieder anders geschnitten und gestylt als hier bei uns.

In der Nacht zum Abreistag sollte dann noch die Hündin Farah (Shyloch Noblige) ein Welpe zur Welt bringen, somit war die kurze Exkursion in das Leben eines sehr erfolgreichen Kerry-Züchters erfolgreich abgeschlossen und die Lufthansa brachte uns wohl behütet zurück nach Frankfurt.

4 Wochen sind seither vergangen und mittlerweile hat eine Sonographie den Erfolg dieser Reise bestätigt, Diva ist tragend und wir erwarten unseren Kerry-Wurf am 2. Juliwochenende.

Mir bleibt an dieser Stelle nur dir, lieber Helge, tausendfach für deine Gastfreundschaft zu danken. Nichts kann den eigenen Horizont mehr erweitern als immer mehr und immer wieder in andere Kerry-Welten zu blicken und zu lernen.

 


Reise nach Russland (2005)

„All my bags are packed, I’m ready to go…“ – wer kennt nicht diesen Song von Peter, Paul & Mary?

Ich tat dies im Frühling 2005 zu einer Reise nach Moskau, bei der natürlich auch mein russischer Kerry “Absoljut Triumph Grandiva” nicht fehlen durfte, um die Heimatstadt meines Kerrys und dessen Züchter zu besuchen.

In den vergangenen 8 Monaten, seit Diva nach Deutschland umgezogen war, hat sich eine permanente Brieffreundschaft zu Julia Chernova, Divas Züchterin, entwickelt. Auch wollte mich meine Freundin Luda in ihrer Stadt willkommen heißen.

Nachdem also der notwendige Papierkrieg erledigt war und meine Freunde alles für mich arrangiert hatten, landete ich an einem verregneten Donnerstag im Mai 2005 am Moskauer Flughafen Domodedovo. Der Flug mit der sehr hundefreundlichen, russischen Airline „Transaero“ verlief für Hund und Herrchen sehr angenehm.

Wir waren alle etwas aufgeregt, uns nun endlich auch persönlich zu begegnen – Diva aber nahm dies alles mit ihrer mittlerweile erlangten Gelassenheit. Ich glaube, in dem Moment, in dem Julia und ich uns „Hallo“ sagten, begann eine tolle Freundschaft. Alle Freunde, die mich am Flughafen abholten (Julia, ihr Mann Oleg mit Tochter Olesia und natürlich meine Freundin Luda) bereiteten mir ein sehr herzlichen Empfang.

Die Fahrt ging zuerst einmal zu meiner Unterkunft für die nächste Woche. Julia wurde nur ein wenig traurig, als Diva sie erst einmal nicht mehr erkannte (was mich wiederum natürlich gefreut hat). Aber ein Tag später, als Diva sich etwas vom Stress des Fluges erholt hatte, war dies vergessen und sie verteilte ihre Liebe gleichmäßig auf den neuen und den alten Besitzer.

Nach kurzer Fahrt erreichten wir dann das Zuhause von Galina und Orest, meiner Heimat für die nächste Woche – und mein wundervoller Russlandaufenthalt begann, wie russische Gastfreundschaft immer beginnt – mit einer lustigen und sehr nahrhaften Willkommensparty. Ich war sofort Teil einer großen Familie, und auf diesem Wege bedanke ich mich bei Galina und Orest, die meine Zeit in Moskau so schön und bemerkenswert gemacht haben.


Am Freitag dann nach einer erholsamen Nacht, war „arbeiten und lernen“ das Motto des Tages. Morgens hatte ich Unterricht im Baden und Styling von Kerrys durch Galina, am Nachmittag dann Schneideunterricht bei Julia. Danke an dieser Stelle an Olga, die mit ihren Übersetzungen für eine reibungslose Kommunikation in Russisch, Deutsch, Englisch, Händen und Füßen sorgte.

 

So kam der Samstag, Showtag – wirklich das Gleiche in allen Ländern. Alles ist nervös und aufgeregt bis zum Ende des Richtens. Diva gewann ihre Klasse und bekam das russische CAC, somit ist sie russischer Jugendchampion in dem Moment, in dem sie auch den deutschen Titel erfüllt. Aller Stress viel von uns ab (Julia hatte 4 Hunde aus ihrem Zwinger am Start) und wir picknickten erst einmal inmitten all der Hunde und Leute. Auch Katerina stieß hinzu, die Besitzerin von Divas Mutter Tamarisk. Auch sie wurde in den nächsten Tagen eine hilfreiche Hand bei allen möglichen Gelegenheiten und Touren durch Moskau.

Nun sollte die Planung meiner nächsten Tage in Moskau stattfinden, den nach der Pflicht folgt nun die Kür – Sightseeing Moskau. Ich entschloss mich dazu, eine Trips mit Hilfe der Moskauer U-Bahn zu machen, was meine Russen sehr erstaunte und zu lautem Palaver führte. Alle waren einfach sehr besorgt, das mir in der U-Bahn etwas passieren könnte. Danke an alle für diese wunderbare Sicherheit, ich fühlte mich immer wohl behütet auf all meinen Wegen.

Der Sonntag begrüße mich mit strahlendem Sonnenschein und der Regen der letzten Tage war wie weggeblasen. Moskau wollte mich für die nächsten Tage mit seiner freundlichsten Seite verwöhnen. Ein toller Tag um mit einem großen Spaziergang in einen benachbarten Park zu beginnen, eine der Sommerresidenzen von Katerina II inbegriffen. Hier hatten wir alle (Galina, Orest und natürlich jede Menge Hunde) einen super Vormittag.

Nach dem Essen dann sollte ich endlich all die wichtigen und weltbekannten Sehenswürdigkeiten Moskaus zum ersten Mal in meinem Leben sehen. Ich war sehr beeindruckt von der Schönheit des Moskauer Stadtzentrums. Der Kreml, all die Kirchen und die imposante Gebäudearchitektur – alles war beeindruckend und imposanter, als Bilder oder Filme dies jemals vermitteln könnten. Mit meinem inneren Auge habe ich all diese Eindrücke tief in mein Herz aufgenommen – ich hoffe sehr, eines Tages an diesen Ort zurückkehren zu können.

In den folgenden Tagen bekam ich mehr und mehr Eindrücke von Moskau und seinen Bewohnern – historische Plätze, einen Tag auf der Datscha, natürlich auch Einkäufe und immer wieder russische Gastfreundschaft.

Mein einziges Problem während des ganzen Aufenthaltes – die russischen Freunde versuchten mich permanent zu füttern – ich musste wirklich aufpassen, nicht mit zu viel unerwünschtem „Gepäck“ am eigenen Leibe wieder nach Hause zu kommen.

Aber wie sollte ich all diesen wunderbaren Menschen danke sagen für all die Gastfreundschaft – selten habe ich so etwas in meinem Land erlebt. Also lud ich alle zusammen in ein kleines Restaurant ein und wir hatten alle einen sehr vergnüglichen und feuchtfröhlichen Abend.  Nach nunmehr einer Woche voller Freundschaft, aufregenden Erlebnissen und einer perfekten Unterbringung musste ich wieder nach Hause fliegen. Mein Herz war schon schwer, als ich am Abreisetag morgens erwachte, wie in den letzten Tagen bei strahlendem Sonnenschein.
Galina und Orest brachten mich zum Flughafen, und in diesem Moment wollte ich Moskau eigentlich gar nicht verlassen. Mein Leben in dieser Woche war so unbeschwert, sorgenfrei und wohl behütet – aber mein reales Leben in Deutschland wartete auf meine Rückkehr.

Nun zurück in Deutschland wandert mein Herz immer wieder zurück nach Moskau und meinen Freunden dort, sodass die Distanz von 3000 km kleiner erscheint.
Ihr Lieben, Julia – Oleg – Olesia – Galina – Orest – Dima – Katerina – Olga – Luda, ihr könnt euch sicher sein, in meinen Gedanken werde ich immer bei euch sein und diesen wundervollen Aufenthalt nie vergessen.
Ich hoffe, ich kann eines Tages zurück kehren and natürlich würde es mich riesig freuen, euch auch in meinem Hause einmal willkommen zu heißen. Dies wäre mir wirklich eine große Freude.

Ein kleiner Trost ist es nun, das einige von uns sich zur Eurodog 2005 in Tulln wiedersehen werden.

 

 

„Die Prinzessin auf der Erbse“ – oder wie komme ich zu einem russischen Kerry Blue Terrier (2005)

Dies ist die Geschichte meines geliebten Babys „Absoljut Triumph Grandiva“ (Diva)

Hunde begleiten mich mein ganzes Leben und in meiner Jugend träumte ich immer von Drahthaar-Foxterriern. Ergo war der erste eigene Hund, nachdem ich zu Hause ausgezogen war, ein Foxi – aus meiner heutigen Sicht ein eher untypisches Exemplar seiner Rasse, sehr groß und kräftig, aber ich liebte ihn sehr.

Als Peku starb, konnte ich mir erst einmal keinen anderen, vierbeinigen Begleiter in meinem Leben vorstellen, aber nach einem „hundelosen“ Jahr spürte ich diesen inneren Drang, wieder mit einem Hund zu leben.

Um aber hier deutlich von Peku, den ich immer noch nicht vergessen konnte, abzugrenzen, betrat meine heutige alte Dame „Jana“ mein Leben und mein Herz. Ihr hervorragender Charakter und ihre guten Anlagen brachten mich letztendlich zur Hundeausstellung und Zucht, wo ich auch Kerrys zum ersten Mal in meinem Leben sah. Ihre Schönheit brannte sich in meine Gedanken ein.

Nach vielen Jahren mit den Foxterriern entschied ich mich für meinen ersten Kerry, eine wahrlich schwierige Entscheidung, im Besonderen da nahezu keine Informationen über diese wundervolle Rasse in Deutschland, bzw. in deutscher Sprache erhältlich sind.

Nach langer Suche und vielen informativen Gesprächen kam nun also der erste Kerry in meine Familie – ein wirklich lieber Hund, aber nicht so perfekt wie in meinen Träumen. Die Maus lebt heute als reiner Privathund in unserer Familie, nur wenige Meter von meinem Zuhause entfernt.

Ein guter Freund von mir richtete meinen Blick immer und immer wieder auf die russische Kerry-Szene, da in Russland der Kerry Blue sehr beliebt und weit verbreitet ist, besonders in Moskau und St. Petersburg.

Ich verbrachte Nächte um Nächte im Internet, um mehr Informationen und Kontakte zu erhalten, wer jemals verstärkt russische Internetseiten aufgerufen hat weiß, wie viel Geduld man dabei aufbringen muss. In dieser Zeit begann meine heutige Freundschaft mit Julia Chernova, der Besitzerin des Moskauer Kerry Zwingers’ „Absoljut Triumph“. Sie war von Beginn an sehr hilfsbereit und beantwortete all meine Fragen.

Ich plante also für das Frühjahr 2005 eine Reise nach Moskau, um mir dort einen Kerry auszusuchen. Aber sich ändernde Einfuhrbestimmungen in die EU zum Herbst 2004 stoppten meine Pläne völlig unerwartet. (Hier waren die Russen früher informiert als wir selbst, denn Julia informierte mich über diesen Tatbestand). Wir hatten mittlerweile August 2004, und ich hatte somit nur noch einen Monat Zeit, einen Hund nach den alten Einfuhrbestimmungen der EU zu importieren.

Was war nun zu tun? Ich war erst einmal ratlos, doch Julia half auch hier. Sie bot mir eine halbjährige Hündin zum Kauf an, und ich entschied mich sehr schnell dazu, es gab dabei ja wenig zu verlieren – aber viel zu gewinnen.

Wer glaubt, nun waren der Schwierigkeiten beseitigt, irrt gewaltig, sie fingen gerade erst an. Wie sollte der Hund von Moskau nach Frankfurt kommen. Ich hatte nur eine Woche Zeit, dies zu arrangieren, da ich unmittelbar vor einer längeren Geschäftsreise stand, und der Hund sollte ohne Begleitperson nach Deutschland kommen. Ich rief bei Lufthansa und Aeroflot an, kontaktierte Freunde aus dem Fluggewerbe in ganz Europa, alles ohne Erfolg. Ich war völlig am Boden zerstört und es war Donnerstag, nur noch 3 Tage bis zu meiner Abreise.

Und dann geschah das Wunder, mit dem keiner gerechnet hatte – ein Freund eröffnete mir einen Kontakt zu seinem Verkaufsagenten in Moskau, meiner heutigen lieben Freundin Luidmilla (Luda, ich liebe dich sehr für alles, was du für mich getan hast). Ich erhielt eine Nachricht, in der sie mich fragte, ob sie den Hund gleich am nächsten Tag mit nach Frankfurt bringen könnte. Dies war natürlich nicht möglich aufgrund all der nötigen Papiere und Regelarien, die in Moskau noch erledigt werden mussten, aber es war ein Anfang.

Also holte ich sie Freitags am Flughafen Rhein-Main ab, zwar noch ohne Hund, aber auch hier begann eine wundervolle, neue Freundschaft. Auf ihrem Rückflug nahm sie zumindest schon mal meine Transportbox mit nach Moskau. Beim Abschied versprach sie mir, der Hund würde in jedem Fall bis zum 30. September nach Deutschland kommen.

Nun ging alles wie von selbst. Julia und Luda regelten alles gemeinsam, während ich auf Dienstreise war. Mitte September erhielt ich dann die Nachricht, mein Hund würde am 25. September in Berlin ankommen. Ich fuhr also rechtzeitig nach Berlin, um dort Diva, die von Luda begleitet wurde, willkommen zu heißen. Alles lief bestens (auch hier möchte ich gerne Aeroflot und deren Mitarbeitern danken für diesen tollen Service in Berlin) und ein wundervoller, wenn auch in diesem Moment etwas gestresster Kerry betrat mein Leben.

Doch was nun – Diva verstand kein Wort deutsch, alles war fremd für sie und letztlich hat sie nur wenige Stunden zuvor ihre „Familie“ verloren. Ich muss immer wieder lächeln, wenn ich an diese ersten Tage zurück denke. Die Maus lies mich zu keinem Augenblick aus den Augen und folgte mir auf allen noch so kleinen Wegen – die Toilette, die Dusche – wenn die Duschtür von warmem Wasser beschlug, fing Diva an zu weinen, weil sie mich nicht mehr sehen konnte.

Als wir von Berlin zu Hause ankamen, war es mitten in der Nacht und nachdem Diva ihre neue Wohnung inspiziert hatte, sollte sie neben meinem Bett schlafen. Sie schlief auch sofort ein (für sie war der Tag ja noch 2 Stunden länger gewesen als der meinige) bemerkte aber nicht, das noch eine andere Person ebenfalls in diesem Raum schlief, mein Partner Oliver.

Am nächsten Morgen dann stand Oliver auf während wir weiterschliefen, so weit so gut. Diva lies in zwar aus dem Schlafzimmer gehen, aber eben nicht mehr hinein – braver Hund, sie fing bereits wenige Stunden nach unserem ersten Treffen an, auf mich aufzupassen, ist sie nicht wunderbar?

Gott sei Dank änderte sich dieser Zustand schnell, nachdem ich die beiden einander vorstellte, aber selbst heute noch ist sie ausschließlich auf mich fixiert. Wann immer ich bei ihr bin ist nichts interessanter als mit mir zu spielen oder zu schmusen – sie ist halt ein Kerry durch und durch.
Diese ersten Wochen waren wirklich hart, für Diva als auch für uns. Hörte sie irgend etwas russisches, Musik im Radio oder Stimmen im Fernseher, spitzte sie aufmerksam ihre Ohren. Auch war sie permanent in Sorge ihr neues Heim und uns wieder zu verlieren, sobald wir sie mal alleine lassen mussten.

Doch all das ist nun, 4 Monate später, vergessen und sie ist ein fester Bestandteil unserer Familie geworden. Sie liebt ihre alte „Tante“ Jane (der Fox) und ihre neuen Eltern Oliver und Klaus. Ihr deutsch ist auch perfekt und sie frönt mit Inbrunst ihrem Lieblingssport, dem Hinterherjagen von Hasen und Vögeln, wenn wir unterwegs sind (Gott sei Dank erwischt sie diese nie). Diva ist sehr einfühlsam und weiß sehr genau, wie sie ihren Willen durchsetzen kann.

Alle drei Wochen gibt es ein Bad und einen frischen Haarschnitt (brav erduldet), den natürlich eine dicke Belohnung folgt.

Wenn sie mehr von Diva sehen wollen, besuchen sie doch auch einmal Julias Homepage (Linkliste) mit vielen Bildern von Diva und ihren neuen Freunden – und natürlich jede Menge Information aus der Moskauer Kerry Szene. Oder schreiben sie mir eine Mail.

 

 

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